Die Landeszentrale für politische Bildung unterstützte das Markgrafen-Gymnasium am 8. Mai in der Durchführung eines EU-Projekttages im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts.

Die Bilder von überladenen Flüchtlingsbooten und überfüllten Auffanglagern haben in den letzten Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf die Flüchtlingspolitik gelenkt. Seit die Binnengrenzen in der EU gefallen sind, ist der Schutz der EU-Außengrenze eine gemeinsame Aufgabe alle Mitgliedsländer. Auch der Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden ist nunmehr nur eine gemeinsame Aufgabe aller EU-Staaten. Kritiker werfen der EU vor, sie errichte mit ihrer Politik eine "Festung Europa" und widerspreche damit ihren eigenen humanitären Werten. Die südlichen Länder der EU, aber auch Deutschland, Schweden oder Ungarn fühlen sich von der Situation, bedingt durch Bürgerkriege und Armut in anderen Teilen der Welt, überfordert und verlangen eine gemeinsame Strategie der EU. Im Planspiel "Festung Europa?" versuchen die Teilnehmenden als Vertreterinnen und Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten die viel beschworene "europäische Lösung" zu finden. (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

Drei klassengemischte Gruppen der Klassenstufe 10 fanden sich also am 8. Mai um 8.00 Uhr ein, um unter der Leitung von je zwei Studierenden der Politikwissenschaft, die aus Heidelberg angereist waren, ein Planspiel durchzuführen. Nach einer kurzen Information durch die Referenten begann die Simulation, in der die meisten Schülerinnen und Schüler ein zugeteiltes Land im Europäischen Rat vertraten; ein Tandem hatte die Rolle der Europäischen Kommission und auch die Presse beobachtete die Ratssitzungen, die sich mit informellen Beratungsrunden abwechselten.

Die Aufgabe bestand darin, eine für alle Staaten akzeptable Lösung der Migrationsproblematik zu finden, denn der Europäische Rat trifft, wie man vorher im Gemeinschaftskundeunterricht gelernt hatte, seine Entscheidungen im Konsens. Die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler bestand u.a. darin, in der nicht selbst gewählten Rolle zu bleiben und z.T. Positionen vertreten zu müssen, die der eigenen Meinung widersprachen. Am Ende war durch die Erfahrung der simulierten Sitzung das Verständnis dafür, warum manche Prozesse im europäischen Rahmen lange dauern, größer geworden und auch die vorher möglicherweise unverständliche Haltung mancher Mitgliedsstaaten war durch die begründeten Statements der Staats- und Regierungschefs klarer.

Nach fünf interessanten Stunden konnten die drei Gruppen durch gelungene Kooperation jeweils eine Abschlusserklärung bekannt geben, die von allen Staaten unterschrieben war. Und so ging gegen 13.00 Uhr ein nicht ganz normaler Schulvormittag zu Ende.

Andrea Humpert

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